Allgemeines:

Viele Menschen haben - eigentlich grundlos - Angst vor Bienen - oder noch mehr davor, von einer Biene gestochen zu werden.

Bienen stechen jedoch, anders als andere Insekten, nur dann, wenn sie sich oder den Stock bedroht sehen. Die größte Wahrscheinlichkeit, von einer Biene gestochen zu werden ist, wenn man eine - auf einer Blüte sitzende Biene - quetscht oder darauf tritt.

Bienen können eine Hose oder einen Pullover nicht aus eigener Kraft durchstechen. Sie müssen dazu schon in einer Falte eingeklemmt sein.

Insekten, die sich im Sommer an süßen Getränken oder Speisen gütlich tun, sind normalerweise keine Bienen, sondern meistens Wespen . Auch wenn viele Menschen das glauben. Bienen sammeln ausschließlich Nektar, Pollen und Harze/Pflanzensäfte. Menschliche Nahrungsmittel rühren sie nicht an. Eine Ausnahme wären hoch konzentrierte Zuckerlösungen oder reiner Honig im Spätsommer, wenn die natürlichen Nektarquellen versiegen. Dann kann es geschehen, dass die Bienen sich diese “in den Stock holen”.

Wichtig ist es, sich in der Nähe eines Bienenstandes ruhig zu verhalten, dann kann man unterscheiden, ob eine Biene gereizt schwirrt und angreifen will oder ruhig summend auf Entdeckungsflug ist.

Hektische Bewegungen reizen Bienen in der Nähe des Stocks zum Angriff, langsame stören sie nicht.

Bitte nicht in den Flugweg der Bienen zum Bienenstock stellen. In der Regel können nur die älteren Bienen stechen, und das sind eben die sogenannten Flugbienen, die auf Nektar- und Pollensuche draussen unterwegs sind. Wenn sie sich in Kleidung oder Haare verfliegen und verfangen, kann es passieren, dass sie in Panik zustechen. Bienen, die den Honigmagen voll haben sind besonders friedfertig.

Bienen reagieren eventuell auch auf Körpergerüche. Überhaupt orientieren und verständigen sie sich mit Geruchsstoffen. So scheidet eine stechende Biene “Alarmstoffe” aus. Kommt man mit den Kleidern, in die ich einmal gestochen wurde wieder an den Bienenstand, erhöht sich die Gefahr wieder gestochen zu werden.


Was ist zu tun, wenn man gestochen wird?

Zuerst sollte man den Stachel entfernen, weil der durch seine Widerhaken meist noch in der Haut steckt. Dabei sollte man aber nicht mit zwei Fingern zufassen, da man so nämlich die Giftblasse zusammendrückt und alles Gift unter die Haut spritzen würde. Also: Entweder mit einer Pinzette (die man aber meist nicht zur Hand hat) den Stachel unterhalb der Giftblase fassen und herausziehen oder mit einem Fingernagel oder einem flachen Gegenstand (z.B. Taschenmesser) den Stachel seitlich wegschaben. Danach sollte man versuchen, den Stich auszusaugen und ein schmerzlinderndes Mittel auftragen. Manche schwören auf eine aufgeschnittene Zwiebel, andere auf Zitronen, die man eine Weile auf den Einstich drücken soll. Gut ist auch zerkauter Spitzwegerich, den man an vielen Wegrändern findet. Schwellungen bis 10 cm Durchmesser können noch als normal angesehen werden. Lassen Sie evtl. einen Allergietest durchführen und machen Sie gegebenenfalls eine Hyposensibilisierungstherapie, um sich vor den Risiken zu schützen.

Manche Menschen reagieren auf einen Insektenstich allergisch mit Symptomen wie Hautausschlag, starken Schwellungen, Hitzewallungen oder Übelkeit. Sollte sich herausstellen, dass Kreislaufprobleme, Schwindel, Herzrasen oder Atemnot eintreten, muss sofort Hilfe gerufen werden (Arzt, Notarzt usw.), denn es kann im Extremfall auch zu einem lebensbedrohlichen allergischen Schock kommen. Die Wahrscheinlichkeit, an einem allergischen Schock mit Todesfolge auf Grund eines Insektenstichs zu sterben, ist allerdings nach statistischen Untersuchungen etwa so groß, wie durch einen Blitzschlag ums Leben zu kommen.